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Gigbibel

Tipps und Tricks
Konzerte erfolgreich meistern

 
Vorwort

Ja ich weiß es gibt schon so einiges an Tipps für den ersten Auftritt, allerdings beziehen diese sich meist auf die musikalischen Hintergründe und das eigene Instrument. Der Bereich Technik/PA und dem damit verbundenen Verhalten wird jedoch meist vernachlässigt. Deswegen wollte ich hier nun eine Art Bibel anfangen und mal auf ein paar Sachen eingehen die einem das Leben deutlich erleichtern können, da ich sowohl die Position auf als auch die vor der Bühne kenn. Dies kann vielleicht nicht nur einem Anfänger der noch nie Live auf der Bühne war helfen, sondern auch dem ein oder anderen der schon einige Auftritte hinter sich hatte und nun nach Lösungen für dort aufgetretene Probleme sucht. Ich würde dieses Bibel gerne im Laufe der Zeit erweitern, das kann ich natürlich nur mit Eurer Hilfe. solltet Ihr Punkte  haben, die noch nicht angesprochen wurden, oder Fehler entdecken, dann meldet Euch doch bitte beim Junkee Label.

Bei euch steht ein Gig an? Eure Lieder und Songs habt ihr lange geprobt? Dann kann es ja los gehen. Beinah zumindest, einiges gilt es im Vorfeld zu klären.

Inhaltsverzeichnis:                     
Allgemeine Tips        Fragen zur Technik      
Wichtiges       
Kommentare 
 
weitere Informationen:              
Wie erstelle ich ein Bandexposé?             
Downloads           Technikrider 


 

 
Allgemeine Tipps

Bitte Ego draußen lassen!

Legt euer Musiker-Ego draußen vor der Tür ab und nehmt es nicht mit auf die Bühne. Damit könnt ihr vielleicht die Mädels beeindrucken, es verhindert jedoch auch ein flüssiges Arbeiten. Gerade in den Anfangsphasen müssen alle Seiten ständig
Kompromisse eingehen. Seit euch dessen bewusst.

Eigenes Equipment!

Euer Equipment sollte selbstverständlich in perfektem Zustand sein und keine kratzenden Potis, schlechte Buchsen usw. aufweisen. Ihr werdet live schon genug Stress haben da braucht ihr nicht noch zusätzlich technische Probleme.
Bei kleineren Auftritten teilen sich die Bands oft ein Teil des Equipments um aufwendige Umbauarbeiten zu vermeiden. Dies sollte im Vorfeld von den Bands untereinander geklärt werden. Dabei gilt: Keiner muss die anderen über sein Equipment spielen lassen und das Equipment von anderen ist mit absoluter Vorsicht zu handhaben!

Weniger ist manchmal mehr!
Macht es euch selbst nicht unnötig kompliziert. Gerade am Anfang eure Bühnenkarriere solltet ihr es euch selbst und auch anderne möglichst einfach machen. Das betrifft sowohl euer eigenes Equipment, als auch eure Auftreten und eure Verhalten auf, vor und hinter der Bühne. Technikorgien arten hier meist zu Problemorgien aus. Geht nur mit dem Equipment auf die Bühne, dass ihr selber aus dem FF beherrscht.

Was schiefgehen kann wird auch schiefgehen!
Kein Auftritt läuft perfekt über die Bühne. Ihr werdet euch verspielen, euch mal nicht richtig hören, die Bierflasche umschmeißen, stolpern, eure Kabel kaputt gehen, Saiten reißen. Für einige dieser Fällte könnt ihr vorplanen und das solltet ihr auch tun. Viel wichtiger ist aber, dass ihr euch nicht verrückt machen lasst wenn mal was daneben gehen. Hektik und Stress bringen keinen weiter sondern machen alles nur noch schlimmer!

Ist der Sound wirklich so schlecht?
Das letze was ihr euch auf der Bühne machen solltet sind Gedanken um den Sound fürs Publikum. Ihr könnt auf der Bühne überhaupt nicht beurteilen wie es nach vorne klingt also zerbrecht euch auch nicht darüber den Kopf. Nur weil der Sound auf der Bühne schlecht ist, muss es der Sound nach vorne noch lange nicht sein. Kümmert euch auf der Bühne nur auf das, wass für eure Darbietung notwendig ist und worauf ihr wirklich Einfluss habt, also eurem Spiel.

Freundlich und locker bleiben?
Selbst wenn mal was daneben geht oder ihr auf einen Veranstalter/Mischer trefft,mit dem ihr garnicht könnt bleibt freundlich. Nach dem Gig könnt ihr euch immer noch ärgern, aber vorher sitzt ihr alle im selben Boot da bringt es nichts wenn ihr euch gegenseitig beschimpft.

Vermeidet Hektik und Stress
Nichts ist schlimmer und kontraproduktiver als Stress und Hektik. Versucht deswegen schon im Vorfeld diesen zu reduzieren z.B. durch rechtzeitige Anreiße, entsprechend geplante Umbau und Soundcheck zeiten usw.
 

 

 
Fragen zur Technik und zum PA- Equipment

Was benötigt man an PA-Technik?
Das absolute Minimum sind Mikrofone für alles was abgenommen werden soll. Ein Mischpult. Die PA selber und natürlich entsprechendes Monitoring.

Was muss ich an Equipment mitbringen?
Welches muss ich mitbringen?


Grundsätzlich lässt sich sagen, dass jeder Musiker das dabei hat, was er für sich und sein Intstrument benötigt, Insturmente natürlich eingeschlossen. Eine ganz anderes Thema ist die Frage nach der zur Verfügung stehenden PA-Technik. Als kleine Band heißt es hier meistens Friss oder Stirb. Wird die Technik durch einen externen Dienstleister gestellt, so sollte diesem vorher mitgeteilt werden über welche Besonderheiten die Band verfügt (z.B. Akkordeon, Blasinstrumente, Streichinstrumente usw.). Damit das Thema hier nicht ausufert werde ich zukünftig davon ausgehen, dass ein gewisses Mindestmaß an PA-Technik vorhanden ist und ihr als Band nur einen geringen Einfluss auf die Art und Menge des Materials habt. Prinzipiell gilt jedoch: "Im Vorfeld kann man über viel reden, am abend der Veranstaltung ist es in der Regel zu spät."

Monitoring:
Monitoring, oder wozu brauch ich einen Bildschirm auf der Bühne?
Monitore sind Lautsprecher, die auf die Bühne gerichtet sind damit ihr hört was ihr spielt. Gitarristen, Bassisten und Schlagzeuger hören sich in der Regel über ihren eigenen Verstärker. SängerInnen, Keyboarder usw. sind jedoch auf die Monitore angewiesen und sollten deswegen bei begrenzter Monitoranzahl auch den Vorrang haben.


Monitor is klar, aber was ist ein Monitorweg?

Abhängig vom verwendeten Mischpult ist es möglich eine bestimmte Anzahl unterschiedlicher Mixe für das Monitoring zu erstellen. Der Keyboarder will vermutlich vor allem sich selber hören und keinen Gesang, da er ihn eh furchtbar findet. Ein Sänger wiederum will vielleicht kein Keyboard dafür vor allem sich selbst. Die Anzahl der Monitorwege ist durch das verwendete Mischpult und die Anzahl an vorhandene Monitorboxen und Verstärker beschränkt. Es ist jedoch möglich an einen Monitorweg mehrere Monitorboxen zu hängen, so dass mehrere Musiker auf der Bühne das Gleiche hören. Meistens werden euch 1 oder 2 Monitorwege zur Verfügung stehen. Dabei solltet ihr darauf achten, wirklich nur das nötigste auf den Monitoren zu haben. Jedes Instrument mehr sorgt nur dafür, dass ihr ein anderes schlechter hört. Wie bereits erwähnt haben dabei die Instrumente vorrang, die ohne eigenen Verstärker auf der Bühne sind.


Was sollte ich auf meinen Monitor geben?
Das hängt vor allem davon ab welches Instrument du spielst. Zu aller erst sollte mal das auf den Monitor was du brauchst damit du hörst was du spielst. Bei Sänger ist das ihr Gesang, Keyboarder wurden auch schon angesprochen, Gitarristen und Bassisten haben in der Regel ihren eigenen Verstärker. Das Schlagzeug ist normalerweise auch nicht zu überhören. Als nächstes kommt das dazu, was du brauchst um mit deiner Band spielen zu können. Hier gilt wieder weniger ist mehr. Auch solltest du daran decken, dass, falls du keinen Monitorweg für dich alleine hast, andere auch das hören was du hörst. In diesem Fall müssen nun Kompromisse eingegangen werden, wobei wie schon erwähnt, die Instrumente vorrang haben, die keine Verstärker auf der Bühne haben.


Soundcheck
Was ist ein Soundcheck? Was ist ein Line-Check
Wie der Name schon sagt geht es beim Soundcheck darum, den Sound zu checken. Dabei stellt der Mischer alles so ein, dass es so gut wie möglich klingt und ihr euch so gut wie möglich hört. Bei einem Line-Check hingegen wird nur getestet ob auf jedem Kanal auch das entsprechende Signal in passender Lautstärke ankommt.


Wie läuft ein Soundcheck ab?
Hier gibt es keine klaren Regeln, in der Regel wird es aber so sein, dass der Mischer euch nacheinander auffordert auf eurem Instrument zu spielen. Normalerweise fängt er dabei mit dem Schlagzeug und der Bassdrum an, über die Snare alle Toms und Becken geht es dann mit dem Bass weiter, anschließend Gitarren und zum Schluss der Gesang. Anschließen alle zusammen. Unterschiedliche Mischer arbeiten hier unterschiedlich.


Was muss ich beachten?
DISZIPLIN! Spiele nur nund wirklich nur, wenn du vom Mischer dazu aufgefordert wirst, aber dann so lange bis der Mischer sagt, dass es reicht. Du musst den Mischer auch nicht drauf hinweisen wenn irgendwo mal was pfeift, normalerweise merkt er das selber. Vor allem Sänger fangen gerne an zu singen, singen 2 Töne und blicken dann erwartungsvoll zum Mischer.


Was sollte ich spielen oder singen?
Die Frage lässt sich anders leichter beantworten: Was solltest du nicht spielen oder singen? Alles was du live auch nie spielen würdest. Der Soundcheck ist zum Angeben total ungeeignet. Erstens ist meistens eh niemand da den du beindrucken könntest (die Mädels sind noch nicht in der Halle) und der Mischer hat höchstwahrscheinlich auch schon mindestesns 371 Leute gesehen die alle besser spielen als du. Spiel also einen einfachen sauberen Groove. Gitarristen sollten drauf achten, dass sie ihre 2-3 unterschiedlichen Sounds kurz anspielen. Vor allem der lauteste Leed-Sound ist hier für den Mischer relevant.


Was ist für mich wichtig?
Während des Soundchecks könnt ihr eure Wünsche zum Bühnensound äußern und das solltet ihr auch tun. Wenn ihr euch nicht gut hört ist JETZT der Zeitpunkt dies zu ändern. Aber nicht immer ist genug Zeit vorhanden um auch noch das letzte Optimum herauszuholen. Euer Ziel sollte also sein eine für euch zufriedenstellenden Einstellung zu finden.


Hilfe, ich hör mich nicht.

Der erste Reflex ist hier sich lauter zu machen, manchmal ist das auch der einzige Weg insbesondere dann, wenn man schon mitten im Auftritt ist. Oft ist es jedoch hilfreicher wenn man alles etwas leiser macht. Statt den eigenen Gesang auf dem Monitor noch lauter zu machen wäre es vielleicht sinnvoller dafür das Keyboard etwas leiser zu machen. Aber auch hier ist wieder vorsicht geboten wenn mehrere sich einen Monitorweg teilen. Auch hier gilt mal wieder weniger ist oft mehr. Oft bringt es euch weiter wenn ihr nur ganz wenige Instrumente auf euren Monitor gebt.
Manchmal hilft aber auch nur noch Augen zu und durch. Das Publikum interessiert sich in der Regel wenig dafür ob du dich hörst oder nicht. Die wollen durch Musik unterhalten werden und nicht durch pausenlose Beschwerden über den Monitorsound.


Bühnenlautstärke:

man muss die Backline nicht bis zum bersten aufreissen,, Damit es drausen schön laut und knackig wird gibt es eine PA. Damit ihr klarkommt gibt es Monitore. Die Backline lautstärke sollte so sein, das sie ein harmonisches Soundbild ergibt und ein Grundbühnensound entsteht. Mehr ist nicht nötig.
Wenn euch ein Techniker auffordert das Gitarrenstack doch etwas leiser zu drehen wird er es nicht ohne Grund tun. Als Ausgleich kann man ja mehr auf sein Wedge bekommen. Zu laute Stacks stören gerne den FOH Sound.


Spare Parts:

Ein wichtiger Punkt in der Vorbreitungsphase ist spare (=ersatz) Material. Darunter fallen z.b. Ersatzsaiten und Felle, Sicherungen!!!!,Kabel,Batterien usw. Überlegt euch gut was ihr braucht, beschaffen könnt, nehmt es mit und richtet es so ein das es auch während der Show greifbar ist. Nur weil mal ne Saite reisst ist das Konzert nicht dahin. Wenn aber kein Ersatz Greifbar ist könnte es doch recht peinlich werden. Nach meiner Erfahrung vergessen vor allem junge Bands hier die Hälfte speziell Sicherungen Röhren etc.


 


 
Wichtiges

Materialverpackung:

Wenns bei euch losgeht und regelmäßige Konzerte anstehen dann solltet ihr euch Gedanken über die Verpackung eures Materials machen. Cases sind oft völlig unterschätzt und trotzdem wichtig. Nur wenn euer Material sauber verpackt ist wird es auch lange leben, 2 mal einen Amp kaufen ist teurer als einen Amp und ein Case.
Generell sollte man darauf achten das alles irgendwie verpackt ist und ein gewisses System dahinter steckt. Auch Kleinteile,Ersatzteile etc sollten nicht in der Hosentasche mitgeschleppt werden. Wenn da Geld knapp ist können hier auch die berühmten Baumarkt-Silberkoffer weiterhelfen.


Die Materialidentifikation:
Ihr solltet euer Material so kennzeichnen das ihr es zweifelsfrei identifizieren könnt. z.B. mit Aufklebern,edding,Sprühschablonen usw. gerade bei kleinen Jungendhausfesten etc wo auf kleinstem Raum mehrere Bands auftreten kann man so sein Material viel einfacher wiederfinden. Das gilt natürlich auch für die Kabel.


Eure Zuständigkeiten:

Teilt die schon im vorfeld untereinander auf. Für einen Veranstalter oder Techniker ist es extrem stressig zu einem konzert 20 anrufe von 5 Leuten zu bekommen und jeder weiss nicht was schon mit einem anderen Abgesprochen wurde etc.. ihr solltel EINEN bestimmten der diese Vorabgespräche führt und im Namen der Band entscheiden kann. Ebenso sollte am Auftrittstag einer verantwortlich sein um ggf vor ort mit dem Veranstalter und Techniker zu organisieren etc


Das Socialising:
Auch veranstalter und Techniker freuen sich über ein Feedback wenn was gut gelaufen ist. Verhaltet euch ihnen gegenüber immer höflich, bleibt auch in Stresssituationen freundlich und kompetent. Das wird sich unterm Strich für euch lohnen, da man in so einem KLima sicher gerne wieder miteinander arbeitet. Es geht dabei nicht darum jemanden Honig ums Maul zu schmieren sondern sich vernünftig zu verhalten.


Die "Idiotenrunde"
gewöhnt sie euch an, so geht deutlich weniger Material verloren. Soll heissen, lauft nach Ende des Konzert den Saal etc ab und schaut nach ob nicht doch noch etwas von euch liegen geblieben ist. Hier kommt auch wieder die Materialbeschriftung zum zug: hier merkt man deutlich das es sich lohnt. Auch hier macht es Sinn einen Verantwortlichen zu bestimmen, der das gewissenhaft erledigt.


Der Materialtransport

überlegt euch im Vorfeld gut wie ihr euer Material sicher zum Konzert bringt. Sind genügend Autos vorhanden, muss evtl ein Komib oder Sprinter besorgt werden, was passt wo rein usw. Hier macht sich auch das Casden wieder bemerkbar. Ist das Material sauber verpackt entstehen weit weniger Schäden beim laden. Wichtig ist immer genug men power für einen load zu haben. ist schweres Material zu laden sollten auch genügend Mann anwesend sein. Schließlich müsst ihr ja noch ein Konzert spielen, das geht mit Hexenschuss nur schwer
.

Drogen, Alkohol&Co
Das leidige Thema.. macht euch einfach bewusst: von euch wird gute Leistung und eine tolle Show erwartet. Niemand will zugedröhnte oder betrunkene Musiker auf der Bühne sehen, die ihre Show dann nicht mehr im Griff haben. Sowas kann man auch gut auf später verschieben. Man schafft sich kein tolles hartes Image in dem man diese Genussmittel entsprechend auf und um die Bühne präsentiert bzw sich damit in Szene setzt. Das schafft eher das Image einer vorpubertierende Bande. Einige Leute schwören ja auf diverse Rauchutensilien etc. um sich schön in die Show fallen zu lassen. Im Prinzip spricht ja nichts dagegen, wichtig ist nur der Hintergedanke ich muss noch eine gute Show spielen. wenn dieser Punkt noch erfüllt werden kann sollte das funktionieren. Wichtig ist das solche Aktionen immer dezent ausgeführt werden und absolut nichts im Publikumsbereich zu suchen haben.


Überlassenes Material
es wird des öfteren Vorkommen das ihr mit sogenanntem überlassenen Material arbeitet. Soll heissen Equipment das euch der Veranstalter, Techniker oder andere Bands zur Verfügung stellen. Behandelt dies mit größter Sorgfalt. In der nähe solchen Material (und wenns auch nur ein Mikrofon ist) habe Bierflaschen etc nichts zu suchen. Es wird von euch erwartet das das Material so von der Bühne kommt wie es hochgegangen ist. Dies gilt auch für Wedges (die z.b. nicht als Schuhabputzer gedacht sind..) usw. Sollte hier ein Schaden entstehen wird er Besitzer sicher nicht darauf sitzen bleiben wollen..


der Backstage
der Backstage ist euer Reich, hier könnt ihr erstmal tun und lassen was ihr wollt. dennoch gibt es einige Regeln: Auch nach euch wird der backstage noch benötigt, deshalb sollte er auch nach eurer abreise noch benutzbar sein. Stühle Tische Kühlschränke Spiegel etc. sind zum benutzten nicht zum zerstören gedacht. Hier kann man mit gutem Betragen sicher einige Pluspunkte sammeln. Auch solltet ihr darauf achten wer sich wann in eurem Backstage aufhält. Dieser Punkt ist als Rückzug für euch gedacht. Diskussionen untereinander sind dort z.b. besser aufgehoben als vor Fans oder Technikern oder Veranstalter. Nutzt die Möglichkeit euch dorthin zurückzuziehen wenns um Themen geht die nicht jeder wissen sollte.


Die Setliste
überlegt sich euch schon im Vorfeld und zwar gründlich. Wählt Lieder die ihr sicher spielen könnt, versucht einen Spannungsbogen zu bauen und ein interessantes Konzert zu kreieren. Die Setlist solltet ihr alle kennen und im Zweifelsfall auch griffbereit haben. Es zeugt nicht von großem können wenn eine Band auf der Bühne nach jedem 2ten lied diskutiert was denn jetzt als nächstes kommt.


Improvisieren im Fehlerfall

auch bei bester Vorbereitung wird es euch passieren das Fehler vorkommen. Zum Beispiel die gerissene Saite. Beschäftigt euch schon voher mit dieser Situation. So etwas kann passieren und ist auch nicht schlimm. nur darf dann die Bühne nicht für 5 Minuten sterben. Auch in dieser Zeit wollen die Zuschauer unterhalten werden. z.B. mit einer netten Moderation. oder einem schönen jam der verbleibenden Musiker (die gerade nicht reparieren). oder einer Mitmachanimation. Habt einige dieser Lückenfüller auf Abruf parat, das kann euch in peinlichen Situationen den Hintern retten


Die Showmoderation
hier gibt es viele Verschiedene Ansätze. Manche Bands moderieren die Show, andere machen schon fast Theaterähnliche inszenierungen zwischen ihren Stücken, wieder andere sagen einfach den Song an, und andere legen einfach los. Was man macht ist eine Geschmacksfrage, was jedoch vorhanden sein sollte ist ein Konzept. Wird eine Show moderiert sollte ein klares Konzept dasein das wie ein roter Faden durch die gesamte Show führt. Überlegt euch schon im Vorfeld interessante texte, wortspiele einleitungen überleitungen zu den einzelnen Stücken. Diese müssen natürlich nicht auswendig gelernt werden, es sollte einfach nur ein klares Konzept vorliegen. Ein stottender, sich ständig wiederholender, langweiliger "Moderator" kann auch eine gute Show in die Knie zwingen. Es muss nicht immer zwingend der Lead Sänger durch die Show führen, und vergesst nicht euch vorzustellen.


Wer hat denn eigentlich das Sagen

Auf einem Konzert hat grundsätzlich der das Sagen der den dicken Geldbeutel hat, im Normalfall der Veranstalter. Dieser wird sicher die Bands Techniker etc. in seine Planungen mit einbeziehen, das letzte Wort liegt jedoch bei ihm nicht bei euch. Er ist euch nichts schuldig im Gegenteil. Ihr seit für von ihm für eine Dienstleistung gebucht und spielt auf seinem Spielplatz nach seinen Spielregeln auch wenn euch die vielleicht nicht gefallen. Trotzdem sind sie Fakt, vergesst das nie.


Wir spielen als Supportband - was ist zu beachten

Der Headliner (die Hauptband) wird euch evtl gewisse regeln vorgeben. z.B. welchen Platz auf der Bühne ihr benutzen dürft, wo ihr euch nicht aufhalten dürft, wann ihr auf die Bühne könnt, ob ihr einen Soundcheck bekommt etc. Diese Regeln werden normalerweise nicht aus Boshaftigkeit gemacht sondern haben bestimmte technische oder organisatorische Gründe, auch wenn euch diese evtl. nicht genannt werden. Hier ist es wie bei Aussagen des Veranstalters, man kann mal nett hinterfragen oder höflich um etwas bitten, Forderungen zu stellen ist jedoch unangebracht und geht meist nach hinten los


Was können wir Fordern
das ist imer abhängig von eurem Status aber da es hier ja um die ersten Auftritte geht im prinzip nichts. Seit froh das ihr die Chance bekommt euch zu präsentieren, Kontakte zu knüpfen und den ersten Einstieg zu schaffen. Überzogene Forderungen an Technik, Infrakstruktur Catering usw sind fehl am Platz.


Brauchen wir einen Rider

rider sind eigentlich bestandteil eines Vertrages, werden von beutreuenden Technikern für eine Band erstellt, von deren Booking Agentur weitergegeben und in die Verhandlungen mit einbezogen. Da das alles bei euch vorhanden ist, ist es auch nicht zwingen notwendig einen richtigen rider zu haben. Was ihr jedoch haben solltet ist eine Art kurzen Infoschrieb zu euch, das erleichtert dem Veranstalter und Techniker die Arbeit und sorgt für flüssige Abläufe. Da gehört z.B. rein: das von euch mitgeführte Material (Backline/Technik), eure Besetzung, ein kleiner Bühnenplan mit eurer Aufstellung. Ebenso das von euch benötigte Materil (oder auch techniker) z.b. eine Pa, Mischpult, Tontechniker,Mikrofone usw. Ganz wichtig ist ein Kontakt (telefon!!) zu einem von euch


Wir reißen ins (europäische) Ausland, was ist zu beachten

auch kleinere Bands haben ja ab und zu das Vergnügen, im Ausland auftreten zu dürfen. z.B. als Support Band.Informiert euch hier rechtzeitig bei den Zuständigen Behörden was ihr bei einem Grenzübertritt zu tun habt. Hervorgehoben sollte hier die Schweiz werden, da ist es nicht so einfach mit einem Sprinter voller Material über die Grenze zu fahren. Was grundsätzlich immer dabei sein sollte sind neben den Ausweisen etc eine vollständige und übersichtliche Liste des mitgeführtem Materials. Auchtung, sollte Merchandise mitgeführt werden (auch wenns nur ein paar demo cds sind) gelten für diesen gesonderte Zollbestimmungen (auch hier wieder Vorsicht an der Schweizer Grenze) Macht man hier einen Fehler kann das schnell einige Stunden wichtige Zeit kosten


Was ist vom Veranstalter gefordert

Als Schlagworte sollten hier mal: gute Show, gutes Benehmen, feundliche Atomsphäre, Realismus, keine Star Allüren genannt werden, macht euch das bewusst


Essen und Trinken
Vergesst nicht das rechtzeitig mit dem Veranstalter zu klären. Evtl bekommt ihr ja nichts gestellt und müsst für euch selbst Sorgen. Es empfiehlt sich nicht direkt vor dem Auftitt zu essen. Ein weitere Tipp sind Kohlensäurefreie Getränke auf der Bühne..


Vor Showbeginn

solltet ihr nicht wild über das Gelände verteilt sein, das schafft nur unnötig Stress. Trefft euch rechtzeitig, geht nochmal alles durch, seit ihr wirklich startklar, was ist noch zu tun, und gebt euch dann die Chance zur Ruhe zu kommen und entspannt auf die Bühne zu gehen. Ein hektischer Konzertbeginn ist kein guter Start in den Abend.


Analysemöglichkeiten
Wenn ihr die Chance habt versucht euch diese zu schaffen. z.B. durch einen Mittschnitt durch den betreuenden Techniker oder den Kumpel der mit der Kamera im Saal steht. Benutzt diese auch um eure Show zu analysieren, aus Fehlern zu lernen und euch zu verbessern. Seit dabei ehrlich zu euch selbst, nur dann wird es Früchte tragen. Macht das aber besser nciht direkt nach dem Konzert, mit ein paar Tagen abstand sieht alles wieder anderst aus


Feedback sammeln

Sammlet Feedback z.B. von Veranstaltern, technikern, Fans,anderen Zuschauern,anderen Bands usw. Seit offen für Kritik, nur so könnt ihr euch verbessern. Lernt aus euren Fehlern zu lernen anstatt Ausreden zu suchen (bühnensound war schlecht, drummer betrunken usw..)


Der "Fankontakt"

Ist überaus wichtig und hier kann man eine Menge falsch machen. Trefft klare Regeln wie z.B. ob den Handynummern der Musiker herausgegeben werden oder nicht, ob Fans in den Backstage dürfen usw. Seit immer freundlich, ihr spielt für diese Leute, enttäuscht ihre Erwartungen nicht. Fans mögen oftmals keine Musiker mit abgehobenem Auftreten, auch wird der Musiker der mit jedem Mädel abzieht unter Umständen schnell langweilig.. Hier gilt es einen Weg zu finden wie ihr die Leute weiter für euch interessieren könnt ohne dabei abzuheben. Betrachtet eure "Öffentlichkeitsarbeit" unter die auch der Fankontakt fällt als einen Teil eurer Arbeit und vergesst nie das auch hier jeder einzelne die gesamte Band repräsentiert.


Für wen ist das Konzert eigentlich?
Das Konzert ist nicht für euch, es ist für die Fans! das sollte immer klar sein.

 

Die Gigbibel als Download:
icon Die Gigbibel 1.0 (95.5 kB 2008-06-06 15:18:34) 

 

 


» 4 Kommentare
4"Gigbibel"
am Dienstag, 20. Mai 2008 10:34von Karina
Hi, wirklich mal eine nützliche Sammlung. Kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen.
3"Gigbibel"
am Samstag, 17. Mai 2008 10:24von Stefan
Sehr schöne Sammlung, hier wird ja wirklich alles von A-Z durchgenommen, großes Kompliment an den Autor!
2"Konzertipps"
am Dienstag, 13. Mai 2008 13:07von Stefanie
Für wen ist das Konzert eigentlich? Wofür macht Ihr Musik? 
 
Ich denke anhand der Antwort kann man schon herausfinden wie weit es eine Band bringen wird..
1"Gigbibel"
am Sonntag, 11. Mai 2008 20:29von Sebastian
Das ist wirklich eine schöne, umfassende Sammlung, echt Stark!
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